Abstract
Zusammenfassung
Die European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) hat im Juli 2026 ihre Leitlinien für Polymyalgia rheumatica (PMR), Riesenzellarteriitis (RZA) und Takayasu-Arteriitis (TAK) erstmals in einem gemeinsamen Dokument zusammengefasst. Dahinter steht ein moderneres Verständnis der klinischen Zusammenhänge zwischen PMR und RZA sowie der Herausforderungen in der Behandlung von Grossgefässvaskulitiden. Zentral ist ein Paradigmenwandel hin zum möglichst sparsamen Einsatz von Glukokortikoiden (GC). Bei RZA-Verdacht und kraniellen Symptomen sollte die GC-Therapie unmittelbar beginnen; bei PMR und TAK kann sie meistens erst nach Diagnosesicherung erfolgen. Zielgerichtete Therapien wie IL-6-Rezeptor-Inhibitoren (Tocilizumab, Sarilumab) und Upadacitinib erweitern die Optionen bei PMR und RZA. In der Schweiz werden diese Substanzen bei PMR allerdings meist off-label eingesetzt. Grundsätzlich wird für alle TAK-Patienten frühzeitig eine nichtbiologische GC-sparende Therapie empfohlen. Rezidive werden multimodal (Klinik, Labor und wenn notwendig mittels Bildgebung) beurteilt. Generell sollte die Therapie nach Möglichkeit immer individuell und zielgerichtet erfolgen.