Abstract
Der Beitrag gibt Einblick in Testaufgaben zur Sprachbetrachtung aus der österreichischen nationalen Kompetenzmessung iKMPLUS. Im Fokus stehen Überlegungen zur Aufgabenkonstruktion und Analysen des Antwortverhaltens von Schüler:innen bei drei für den Echteinsatz nicht validierten Aufgaben. Die Daten stammen aus Pilotierungsstudien auf Primar- und Sekundarstufe (nPrim = 623; nSek = 822). Zwei Aufgaben beziehen sich auf orthographisches Wissen (satzinterne Großschreibung und Kommasetzung), eine auf die Unterscheidung von Verben und Nomen/nominalisierten Verben. Die Analysen deuten auf ein gering ausgeprägtes Bewusstsein der Proband:innen für die (morpho)syntaktische Determiniertheit der untersuchten Phänomene hin. Sie zeigen zudem die Schwierigkeiten bei der Konstruktion psychometrisch robuster Aufgaben im Spannungsfeld zwischen Testgüte und unterrichtlich geprägten Vorstellungen. Die Darstellung des Wechselspiels von Konstruktionsüberlegungen und Ergebnisinterpretation trägt zur Diskussion der Frage bei, wie didaktisch fundierte Konstrukte in standardisierte Testformate im Bereich Sprachbewusstheit überführt werden können.