Abstract
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) zeichnen sich durch eine chronisch-rezidivierende Entzündung des Verdauungstrakts aus.
Klassischerweise werden sie auf der Grundlage anerkannter klinischer, endoskopischer und histologischer Kriterien in zwei voneinander abgrenzbare Entitäten unterteilt: Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU). Bisweilen kann diese Dichotomie allerdings die Vielfalt der beobachteten klinischen Bilder, insbesondere in der Pädiatrie, nicht hinreichend abbilden. Etwa 10–15 % der Kinder weisen anfänglich nicht zuordenbare Formen auf, die unter dem Begriff «unklassifizierte CED» (Colitis indeterminata) zusammengefasst werden. Diese Formen zeichnen sich durch intermediäre Phänotypen aus und lassen sich allenfalls im weiteren Verlauf folgediagnostisch der einen oder anderen Entität zuordnen. Diese Wandlungsfähigkeit lässt vermuten, dass eher von einem Kontinuum als von streng abgrenzbaren Entitäten auszugehen ist. Diagnostische Umsicht und eine regelmässige Neubeurteilung des Phänotyps sind daher angezeigt.